Erhöhte Logistikkosten und unsichere Lieferketten belasten deutsche Importeure aus China. Zwei strukturelle Faktoren verschärfen die Lage: der Iran-Krieg und die EU-ETS-Pflicht ab 2026.
Für deutsche Importeure aus China hat sich die Logistiklage im Mai 2026 nicht entspannt. Laut einer aktuellen Blitzumfrage der AHK Greater China vom April und Mai 2026 leiden deutsche Unternehmen in China unter erhöhten Logistikkosten und unsicheren Lieferketten. Der Trump-Xi-Gipfel vom 14. Mai 2026 in Peking brachte in diesem Punkt keine greifbaren Ergebnisse: Eine Entspannung in der Straße von Hormus blieb aus.
Gleichzeitig greift seit dem 1. Januar 2026 die volle Einbeziehungspflicht der Seeschifffahrt in das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS). Reedereien müssen nun 100 Prozent ihrer verifizierten Emissionen auf Fahrten zwischen EU-Häfen sowie 50 Prozent auf Fahrten zwischen EU-Häfen und Drittstaaten durch Emissionszertifikate abdecken. Die EU-Kommission hat in ihrem ersten Umsetzungsbericht vom März 2025 dokumentiert, dass Reedereien ETS-Aufschläge auf der Route Asien nach Nordeuropa von durchschnittlich 30 Euro pro TEU erheben, also deutlich mehr als die tatsächlich anfallenden Zertifikatskosten von 7 bis 10 Euro pro TEU für diese Strecke.
Der Iran-Krieg, der laut IW-Report Nr. 21 vom 7. Mai 2026 seit dem 28. Februar 2026 andauert, hat die Lage im Persischen Golf und in der Straße von Hormus weiter destabilisiert. Für die Containerschifffahrt auf der Route China-Europa bedeutet das: Die Umfahrung des Kaps der Guten Hoffnung bleibt der Standardweg, da die Suezkanal-Route weiterhin mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden ist. Diese Umleitung verlängert die Transitzeit und bindet mehr Schiffskapazität.
Ab dem 1. Januar 2026 müssen Schifffahrtsunternehmen 100 Prozent der verifizierten CO2-Emissionen für Fahrten innerhalb der EU sowie 50 Prozent für Fahrten zwischen einem EU-Hafen und einem Hafen außerhalb der EU durch EU-Allowances abdecken. Ab 2026 werden zudem erstmals Methan (CH4) und Lachgas (N2O) in die Berichtspflicht einbezogen. Diese Kostenkomponente ist struktureller Natur und wird unabhängig von geopolitischen Entwicklungen bestehen bleiben. Importeure, die Frachtverträge neu verhandeln, sollten die ETS-Surcharge-Klauseln ihrer Spediteure sorgfältig prüfen, da die tatsächlichen Zertifikatskosten und die erhobenen Aufschläge laut EU-Kommission erheblich voneinander abweichen können.
Für deutsche Importeure aus China ergibt sich eine Planungsaufgabe auf zwei Ebenen. Erstens sollten laufende Frachtverträge auf ETS-Surcharge-Klauseln geprüft werden: Die EU-Kommission hat festgestellt, dass die erhobenen Aufschläge die tatsächlichen Zertifikatskosten teils deutlich übersteigen. Zuständig für Fragen zur EU-ETS-Berichtspflicht in der Schifffahrt ist die Europäische Kommission (DG CLIMA); Informationen zu Zollaspekten bietet die GTAI unter gtai.de.
Zweitens bleibt die geopolitische Lage rund um die Straße von Hormus und den Suezkanal ein strukturelles Risiko für Lieferzeiten. Importeure mit zeitkritischen Lieferketten sollten Pufferbestände und alternative Transportwege, etwa den Schienenkorridor China-Europa, in ihre Kontinuitätsplanung einbeziehen. Die IHK-Netzwerke bieten hierzu praxisnahe Beratungsangebote.
Recherche KI-gestuetzt, redaktionell geprueft von Johnny Wan.
Dieser Marktbericht wurde redaktionell zusammengestellt und gibt den öffentlich verfügbaren Informationsstand zum Veröffentlichungsdatum wieder. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte zu Zollsätzen, Verordnungen und Fristen erhalten Sie bei den zuständigen Behörden (Zoll.de, BAFA, EU-Kommission, IHK, GTAI).
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