Eurostat hat seine Quartalsstatistik zum Seegüterverkehr aktualisiert: Der Verkehr mit China legt zu, während der gesamte Extra-EU-Seetransport schrumpft.
Bild: KI-generiert
Eurostat hat Ende Oktober die vierteljährliche Auswertung zum Seegüterverkehr der EU aktualisiert (Datenstand Oktober 2026). Für das erste Quartal 2026 weist die Statistikbehörde aus, dass der Seetransport zwischen der EU und China gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,1 Prozent zugelegt hat. Höhere Zuwächse verzeichneten im Länderranking nur Ägypten mit 9,8 Prozent und Norwegen mit 6,6 Prozent. Über vier Quartale gerechnet fällt das China-Plus mit 3,4 Prozent deutlich moderater aus, der Trend ist also quartalsgetrieben und nicht linear.
Bemerkenswert ist der Kontrast zum Gesamtbild. Im selben Zeitraum ging der internationale Extra-EU-Seetransport um 3,1 Prozent zurück, der nationale Verkehr um 2,5 Prozent. Nur der Intra-EU-Verkehr legte um 1,4 Prozent zu. Von den zehn wichtigsten Drittlandspartnern der EU meldeten lediglich vier ein Plus. Die China-Relation entwickelt sich damit gegen einen insgesamt rückläufigen Markt.
Eurostat ordnet den wichtigsten maritimen Handelsstrom ausdrücklich den eingehenden Bewegungen von Großcontainern aus China zu. Für Importeure ist das die praktisch relevante Richtung: Der Zuwachs betrifft überwiegend die Einfuhrseite, nicht den Rücklauf.
Die parallel aktualisierte Hafenstatistik auf Einzelhafenebene zeigt, wo dieses Volumen ankommt. Im Segment Großcontainer blieb Antwerpen-Brügge im ersten Quartal 2026 der führende EU-Hafen, gefolgt von Rotterdam, Hamburg, Bremerhaven und Valencia. Über alle Ladungsarten hinweg liegt Rotterdam mit 95,1 Millionen Tonnen vorn. Die Abfertigung konzentriert sich damit weiterhin auf wenige Anlaufpunkte der Nordrange, was Terminalauslastung und Hinterlandanbindung zu den eigentlichen Engpassfaktoren macht.
Dass rückläufige Mengen nicht automatisch sinkende Kosten bedeuten, belegt das Statistische Bundesamt. In seiner Mitteilung vom 18. September 2026 zu den Erzeugerpreisen für Dienstleistungen im zweiten Quartal 2026 weist Destatis für den Abschnitt Verkehr und Lagerei ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal aus. Die Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt stieg darunter um 20,7 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025 und um 23,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026. Als Ursachen nennt die Behörde gestiegene Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus sowie Zuschläge der Reedereien.
Die Kombination aus wachsenden China-Mengen und einem schrumpfenden Gesamtmarkt für Extra-EU-Seefracht spricht dafür, dass Kapazität auf der Asien-Europa-Achse weiterhin knapp bleibt, während Reedereien Tonnage aus schwächeren Relationen abziehen. Wer Jahrestender für 2027 verhandelt, sollte Mengenprognosen deshalb nicht aus dem allgemeinen Rückgang des Extra-EU-Verkehrs ableiten, sondern die Entwicklung der eigenen Relation getrennt betrachten. Zuschlagsklauseln, insbesondere für Treibstoff und Risikoaufschläge, verdienen in dieser Lage mehr Aufmerksamkeit als der reine Basisfrachtsatz.
Praktisch empfiehlt es sich, Ankunftshäfen nicht allein nach Frachtrate, sondern nach Verweildauer und Hinterlandverbindung auszuwählen und alternative Anläufe in der Nordrange vorab vertraglich abzusichern. Aktuelle Mengen- und Hafendaten veröffentlicht Eurostat, Preisindizes das Statistische Bundesamt. Für Fragen zu Einfuhrabwicklung und Routenplanung sind Zoll, IHK und GTAI die zuständigen Ansprechpartner.
Recherche KI-gestützt, redaktionell geprüft von Johnny Wan.
Dieser Marktbericht wurde redaktionell zusammengestellt und gibt den öffentlich verfügbaren Informationsstand zum Veröffentlichungsdatum wieder. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte zu Zollsätzen, Verordnungen und Fristen erhalten Sie bei den zuständigen Behörden (Zoll.de, BAFA, EU-Kommission, IHK, GTAI).
Geschäftsführer (Deutschland)
Geschäftsführer (Deutschland)
CFO / HR Manager (China)
Operations Manager (China)